Du willst unbegrenzte Ferien? Dann musst du in dieses Land ziehen …

Ein Büro ohne Chef und Fünf-Stunden-Tage:

Moderne und flexible Arbeitsformen sind beliebt. In Deutschland boomen Stelleninserate, die mit unbegrenzten Ferientagen werben. Und in der Schweiz?

Der amerikanische Streaming-Dienst Netflix und die britische Unternehmensgruppe Virgin tun es schon lange: Sie gewähren ihren Mitarbeitern so viele Ferien, wie diese wollen. Auch in Deutschland werben immer mehr Firmen mit unbegrenztem Urlaub um neue Mitarbeiter. Das zeigt eine Studie der Stellenplattform joblift.de. «Die Zahl der Arbeitgeber, die keine Urlaubstage mehr kontrollieren, stieg um 25 Prozent an», sagt Laura Jentsch, Mediensprecherin von Joblift. Insgesamt warben 130 Arbeitgeber mit unbegrenzten Ferientage.

In der Schweiz ist eine solche Entwicklung kaum zu spüren. «Ein solcher Trend ist uns nicht wirklich aufgefallen», sagt Rebekka Hänggi, Marketing Manager vom Jobportal jobs.ch und ergänzt: «Wir sehen aber einen Trend zu zusätzlichen Ferientagen wie beispielsweise beim Vaterschaftsurlaub, weil dieser auf der politischen Agenda aufgetaucht ist.»

Auch sonst scheinen Schweizer Firmen nicht besonders innovative Arbeitsmodelle anzubieten. Eine Auswertung von JobCloud zeigt, dass in rund 91,1 Prozent aller Inserate 100-Prozent-Jobs ausgeschrieben sind. Und auch von der als Modell der Zukunft beschworenen «Gig-Economy», wo Personen nur noch Projektbasiert angestellt werden, ist in der Schweiz kaum etwas zu spüren.

In puncto unbegrenzte Ferientage bildet ein Schweizer Unternehmen aber die Ausnahme: Die Fintech-Firma Advanon aus Zürich. Deren CEO Phil Lojacono gewährt seinen Mitarbeitern nicht nur unbegrenzte Ferientage, sondern übernimmt auch die Kosten für Flug und Hotel bei einer zweiwöchigen Reise und bezahlt Handy- und Fitness-Abos der Angestellten. «Wir wollen sehr gute und talentierte Leute für den Job gewinnen. Denen müssen wir im Gegenzug auch etwas bieten», erklärt Lojacono.

Obwohl die Firma Advanon mit ihrer Ferienregelung noch zur Minderheit gehört, glaubt CEO Lojacono, dass in Zukunft weitere Firmen dazukommen werden. «In der Schweiz brauchen die Dinge immer etwas länger, bis sie sich bewährt haben. Ich gehe aber schon davon aus, dass in Zukunft immer mehr Firmen mit unbegrenzten Ferientagen und weiteren Goodies um gute Mitarbeiter werben werden.»

Wer sich also in seinem nächsten Job mit unbegrenzten Ferientagen wiederfinden will, muss entweder noch etwas Geduld haben – oder nach Deutschland ziehen.

Source: Helene Obrist

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