Pensionskasse und AHV zahlen höchstens 60 Prozent des letzten Lohnes. Das ist viel weniger als zwei Drittel der Schweizer Bevölkerung erwartet.

Wer mehr verdient, muss mehr sparen. Mit steigendem Einkommen machen die Einnahmen aus AHV und Pensionskasse einen immer kleineren Anteil aus. Wer gleich weiterleben will wie zuvor, muss deshalb mehr Geld fürs Alter auf die Seite legen.

Die Schweizer Altersvorsorge steht auf drei Säulen: der AHV, den Pensionskassen und dem Selber-Ersparten. Doch diese Säulen bröckeln, wie Gilberto Bisonni, Leiter Finanzplanung bei der Basler Kantonalbank, erklärt. Der Grund dafür sind zwei Trends, die sich gegenseitig verstärken. Zum einen leben wir länger und zum andern gehen nun die geburtenstarken Jahrgänge der unmittelbaren Nachkriegsgeneration in Rente, die sogenannten Babyboomer. Das hat gravierende Konsequenzen für die Finanzplanung der künftigen Rentner, aber auch für die Versicherungen. Denn Versicherungen sind sich gewohnt zurückzuschauen und anhand von Statistiken, welche die Vergangenheit beschreiben, die Zukunft zu planen. Das geht mittlerweile nicht mehr. Sowohl die Versicherungen wie auch die Versicherten müssen sich nun mit zukünftigen Zahlen auseinandersetzen, was vielen schwerfällt.

Wie schwierig dieser Gedankensprung ist, zeigt allein schon der Umstand, dass nach wie vor ein Drittel der Schweizer Bevölkerung der Meinung ist, nach der Pensionierung mit AHV und Pensionskasse über 70 bis 80 Prozent des bisherigen Einkommens zu verfügen. Ein Drittel ist sogar der Meinung, es würden über 90 Prozent werden. Das heisst, dass der grösste Teil dieser Leute mehr oder weniger kurz vor seiner Pensionierung eine heftige Enttäuschung erleben wird. Denn die Erträge aus AHV und Pensionskasse werden im besten Fall noch 60 bis 70 Prozent des letzten Salärs ergeben, eher weniger. Das lässt sich relativ einfach errechnen. Dazu braucht es lediglich den Pensionskassenausweis und den Umwandlungssatz, der ebenfalls auf dem Pensionskassenausweis steht. Dieser ist in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken und wird auch noch weiter sinken. Er beträgt gegenwärtig bei vielen Kassen im obligatorischen Bereich noch 6,8 Prozent, bei einigen auch deutlich weniger.

Lange Gesichter bei den Versicherten

Der Umwandlungssatz bedeutet, dass die Pensionskassen innerhalb des obligatorischen Versicherungsteils jährlich 6,8 Prozent des einbezahlten Kapitals lebenslang als Rente auszahlen. Das heisst, pro 100’000 Franken Pensionskassenguthaben gibt es 6’800 Franken Rente pro Jahr. Die Maximal-AHV-Rente für Einzelpersonen beträgt im Moment 28’200 Franken pro Jahr und die maximale Ehepaar-Rente 42’300 Franken pro Jahr.

Wenn ein Paar also heute mit einem maximal möglichen Pensionskassenguthaben aus der obligatorischen Versicherung von 352’000 Franken in Rente gehen will, gibt es von der Pensionskasse 1992 Franken und von der AHV 3’500 Franken monatlich, zusammen 5’492 Franken, pro Monat, Stand heute. Der obligatorische Umwandlungssatz wird politisch immer wieder infrage gestellt und es werden heftige Diskussionen um mögliche weitere Senkungen geführt. Diese Zahlen dürften bei vielen Versicherten für lange Gesichter sorgen – sofern sie sich nicht rechtzeitig auch um die dritte Säule gekümmert haben, die private Vorsorge.

Wer die Zeit nach seiner Pensionierung unbeschwert geniessen möchte, muss sich deshalb rechtzeitig um die eigene Vorsorge kümmern. Spätestens mit fünfzig sollte man sich persönlich beraten und einen individuellen Finanzplan erstellen lassen. Denn die 5’492 Franken repräsentieren den heutigen Stand. Angesichts der Hunderttausenden Babyboomer, die nun in Rente sind oder noch gehen und deren Besitzstand sakrosankt ist, kann die Situation für die heute zwischen 45- und 55-Jährigen nur noch schlechter werden.

70 bis 80 Prozent des Einkommens braucht es

Deshalb ist es ungefähr mit 50 höchste Zeit, sich zur Altersversorgung Gedanken zu machen und ein paar Überschlagsrechnungen anzustellen. Denn die Differenz zwischen letztem Lohn und Rente wird umso höher, je höher der Verdienst ist, wie die folgende Grafik zeigt:

Denn während das durch AHV und Pensionskasse im Alter generierte Einkommen stetig sinkt, gehen Experten noch immer davon aus, dass nach der Pensionierung trotzdem 70 bis 80 Prozent des bisherigen Einkommens notwendig sind, um den gewohnten Lebensstandard wahren zu können. Dies kann nur erreichen, wer sich frühzeitig um die private Vorsorge kümmert. Je früher man im Rahmen der privaten Vorsorge Vermögen anspart, umso unbeschwerter kann man die Zeit nach der Erwerbstätigkeit geniessen.

Banken wie die Basler Kantonalbank bieten entsprechende Vorsorgeprodukte an, mit denen Kunden ein ­ausreichendes Vermögen für ihren Ruhestand erwirtschaften können. Mit dem Sparen-3-Konto wird die Basis für eine private Altersvorsorge innerhalb der Säule 3a geschaffen. Sparer profitieren so von einem Vorzugszins und entscheiden Jahr für Jahr neu, ob, wann und wie viel sie einzahlen wollen.

Die maximale jährliche Einzahlung, die vollumfänglich von den Steuern abgezogen werden kann, beträgt aktuell für Erwerbstätige mit Pensionskasse 6’768 Franken und für solche ohne Pensionskasse bis zu 33’840 Franken, wobei die Einzahlung höchstens 20 Prozent des Nettoerwerbseinkommens betragen kann. Beziehen kann man diese Vorsorgeguthaben bereits fünf Jahre vor dem Erreichen des AHV-Rentenalters. Es macht deshalb Sinn, die 3a-Ersparnisse auf mehrere Konten zu verteilen und sie gestaffelt zu beziehen, um steuerlich möglichst günstig zu fahren.

Wertschriftensparen als Altersvorsorge

Da die steuerfreien Einzahlungen in die Säule 3a beschränkt sind, ist das Wertschriftensparen im Rahmen der Gesetzgebung für die berufliche Vorsorge (BVG) eine gute Möglichkeit, sich weiter abzusichern. Es ermöglicht, Steuern zu sparen und trotz der zurzeit tiefen Zinsen einen angemessenen Ertrag zu erwirtschaften. Im Vergleich zum Säule-3a-Konto bietet das Wertschriftensparen ein deutlich höheres Renditepotenzial. Ein langfristiger Anlagehorizont ist die Voraussetzung dafür.

Je länger das Kapital angelegt bleibt, umso zuverlässiger werden Schwankungen in der Wertentwicklung ausgeglichen. Die BVG-Vorsorgefonds investieren in Aktien, Obligationen und Immobilien. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist dabei die automatische Re-Investition der Erträge. Ziel ist es, die bis zur Pensionierung zur Verfügung stehende Zeit bestmöglich zu nutzen und eine im Verhältnis zum Risiko optimale Rendite zu erzielen. Dabei kann zwischen verschiedenen Vorsorgefonds mit unterschiedlicher Rendite-Risiko-Gewichtung ausgewählt werden. Zuerst wird dabei das persönliche Risikoprofil definiert. Dieses bestimmt unter Berücksichtigung des Anlagehorizonts die Wahl der Anlage.

Beim Best-in-Class-Ansatz entscheidet sich die Bank immer für Produkte, die sich im Rahmen einer definierten Anlagekategorie am besten eignen. Auf dem Schweizer Markt bieten circa 25 Vorsorgestiftungen und Fondsgesellschaften rund 85 Vorsorgeprodukte an, die für Investitionen in die 3. Säule zugelassen sind. Diese Fonds sowie die verfügbaren BVG-3-Anlagegruppen werden anhand von klar nachvollziehbaren Kriterien ausgewählt und überwacht.

Kassen übertragen Risiken auf die Versicherten

Es gibt aber noch weitere Möglichkeiten – aber auch Fallstricke, wie Gilberto Bisonni betont, vor allem im über-obligatorischen Teil der Versicherung. Denn obligatorisch durch die Pensionskasse versichert sind nur Einkommen bis 84’600 Franken. Bis hierher gelten die gesetzlichen Verpflichtungen. Bei höheren Löhnen kommt es auf die ­Leistungen der Arbeitgeber und die ­entsprechenden Verträge an. Aber auch die Gestaltungsmöglichkeiten werden grösser.

Oft sind die Leistungen im überobligatorischen Teil besser als im obligatorischen Teil. Es gibt aber auch Pensionskassen, welche im überobligatorischen Teil einen Kapitalbezug vorschreiben. Damit wälzen sie das Risiko der Langlebigkeit auf die Versicherten ab. Denn die Pensionskasse zahlt gemäss Gesetz auch dann noch eine Rente, wenn jemand über 100 Jahre alt wird und das ursprüngliche Sparkapital längst aufgebraucht ist. Und das Risiko der rüstigen 100-Jährigen wird für die Kassen von Jahr zu Jahr grösser. Gerade bei höheren Einkommen kann aber der Kapitalbezug auch Sinn machen, etwa wenn man vom Einfamilienhaus in eine altersgerechte Wohnung umzieht oder einen Teil des Vorsorgegeldes selber anlegen will.

All diese Möglichkeiten gilt es zu berücksichtigen, wenn man sicherstellen will, dass einem die bröckelnden Säulen der Altersvorsorge im Lebensabend sicher tragen. Damit das klappt, muss man sich aber um diese Säulen kümmern, solange man noch mitten im Leben steht.

Source: BAZ, Andreas Schwander

Geschrieben von Learning Evolution.com

The basis of my professional, polyvalent career is mainly characterized by the following qualifications: - 20 years of experience in Sales & Marketing - 20 years of experience in the field of ICT and in particular, Learning Development, Knowledge Management (KM), Enterprise Content Management (ECM), Customer Relationship Management (CRM) and Search Engine Optimization (SEO) - 20 years of experience in the field of human Resources Management (5 - 25 persons - recruitment, leading, training and motivation of employees) - 20 years of experience as a Project Manager in the field of ICT, chemical and industrial plant design and architecture. - 10 years of experience in 2D / 3D CAD planning - 10 years of experience in the field of Biological and Energy-Efficient Construction - 5 years of experience as a Member of the Board of two companies, with whom I've worked

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