«Der Kern des Problems sind eine miese Kultur, schlechte Führung und nicht funktionierende zwischenmenschliche Beziehungen.»

Neue Zahlen zeigen, warum Angestellte oft fehlen und was Unternehmen dagegen tun können.

David Graeber nennt sie «Bullshit-Jobs»: Tätigkeiten, die zwar gutes Geld einbringen, meistens aber vollkommen unnütz sind. Sprich: keinen gesellschaftlichen Mehrwert bieten und die ausführende Person unglücklich machen.

Der Professor der London School of Economics hat diesem Thema zuletzt ein ganzes Buch gewidmet. Darin erzählt er von einer ganzen Bandbreite an Jobs, in denen Menschen überflüssige Tabellen ausfüllen, unnötige Sitzungen abhalten, Projekte betreuen oder Abläufe analysieren.

Graeber zitiert Umfragen, wonach 40 Prozent der Büroangestellten in westlichen Ländern überzeugt seien, dass ihre Arbeit keinerlei Sinn mache.

Nun zeigt eine neue Studie, dass solche Situationen Menschen nicht nur unglücklich machen, sondern sogar krank.

Unzufriedene Mitarbeiter fehlen öfter

Dabei geht es vor allem um das subjektive Empfinden der Arbeitnehmer. Haben Sie das Gefühl, einen wertvollen Beitrag zu leisten, fallen sie seltener aus. Auch Beschwerden wie Gelenk- oder Rückenschmerzen oder Schlafstörungen kommen weniger vor. Das zeigt ein Bericht des Wissenschaftlichen Instituts der deutschen AOK-Versicherung, der zusammen mit der Universität Bielefeld und der Beuth-Hochschule für Technik Berlin herausgegeben wird. Für die Studie befragten die Forscher 2030 Berufstätige in Deutschland.

Demnach blieben Mitarbeiter im letzten Jahr im Schnitt 12,1 Tage krankheitsbedingt zu Hause.

Wer seine Arbeit als sinnstiftend beschrieb, fehlte nur 9,4 Tage. Arbeitnehmer, bei denen das nicht der Fall war, fehlten doppelt so häufig, nämlich im Schnitt 19,6 Tage. Gleichzeitig klagte über die Hälfte der Befragten, die ihre Arbeit als wenig sinnstiftend empfanden, über Rücken- und Gelenkschmerzen (54,1 Prozent) oder Erschöpfung (56,6 Prozent). Bei denen, die mit ihrer Arbeit zufrieden waren, lag der Anteil mit solchen Beschwerden nur bei rund einem Drittel.

Mehr Loyalität gegenüber Beschäftigten

Für die meisten der Befragten ist die Sinnfrage in einem Beruf entscheidend. 93 Prozent gaben an, dass dies für sie wichtiger sei als ihr Gehalt. Ein hohes Einkommen wurde nur von 61 Prozent als relevant gewertet.

Der Bericht nennt drei Quellen, aus denen Sinnhaftigkeit entstehen kann:

  • Erstens, ob ein Job einen gesellschaftlichen Nutzen hat.
  • Zweitens, ob er auf der persönlichen Ebene Sinn stiftet, Arbeitnehmer also Ziele erreichen oder neue Herausforderungen meistern können.
  • Drittens, und am wichtigsten, ob Mitarbeiter sich am Arbeitsplatz wohlfühlen.

Dies speist sich laut der Umfrage vor allem aus der Beziehung zum Vorgesetzten. 93 Prozent fanden dies entscheidend. Und auch, ob das Unternehmen hinter den Mitarbeitern stehe.

«Wenn Unternehmen die Gesundheit ihrer Mitarbeiter fördern und als Arbeitgeber attraktiv bleiben möchten, sollten sie gegenüber ihren Beschäftigten mehr Loyalität vermitteln und die vertrauensvolle Zusammenarbeit quer durch die Hierarchieebenen gezielt fördern», sagt Helmut Schröder, stellvertretender Geschäftsführer des Wissenschaftlichen Instituts der AOK.

Sprich: Arbeitgeber sollten ihren Mitarbeitern das Gefühl vermitteln, ein wichtiger Teil des Unternehmens zu sein und etwas Sinnvolles zu tun.

«Miese Kultur, schlechte Führung»

Viele Unternehmen würden allerdings auf falsche Massnahmen setzen, um Fehlzeiten zu reduzieren, sagt Bernhard Badura, Gesundheitswissenschaftler an der Universität Bielefeld und einer der Herausgeber des Fehlzeiten-Reports, zur «Zeit». Sie würden ihren Mitarbeitern zum Beispiel gratis Fitnessstudios, Massageangebote oder neue Bürostühle anbieten.

«Das ist gut gemeint, aber schlecht gemacht. Das Geld ist eigentlich zum Fenster rausgeschmissen.» Die gesundheitlichen Beschwerden vieler Beschäftigter könnten nur bekämpft werden, wenn sich die Art zu arbeiten verändere.

«Der Kern des Problems sind eine miese Kultur, schlechte Führung und nicht funktionierende zwischenmenschliche Beziehungen.»

Stattdessen müssten Unternehmen eine Kultur von Kooperation und Wertschätzung schaffen. Dabei käme es vor allem auf die Vorgesetzten an. «Es ist nicht immer das zu viel an Arbeit, das Menschen ausbrennen lässt», so Badura.

«Es ist das Zuwenig an Bindung und der Eindruck, gegen die eigenen Überzeugungen und Gefühle anzuarbeiten.»

Source: Tages-Anzeiger

Geschrieben von Learning Evolution.com

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